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Die Chemie muss stimmen

Handschlag

Damit ein Hausvertrag zustande kommt, muss die Chemie zwischen Käufer und Verkäufer stimmen. Gegenseitiges Vertrauen ist die Grundlage dafür. Es braucht das persönliche Gespräch. Ein Haus bestellt man schließlich nicht im Internet. Der Hauskauf ist für die meisten Menschen…

die größte Investition ihres Lebens. Sie erfordert außer sachlichen Informationen eine verlässliche Partnerschaft zwischen Bauherr und Hausbaufirma. Als Hausverkäuferin bin ich die Vermittlerin zwischen beiden. Meine Ziel ist es, für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation zu erreichen.

Zunächst geht es ums gegenseitige Kennenlernen. Die Kunden wollen das Angebot der Hausbaufirma kennen lernen und sowie mich als Handelsvertreterin. Welche Art von Häusern bietet der Hersteller an und zu welchem Preis? Ich will die Kunden kennen lernen. Wer sind sie, was beschäftigt sie, was ist ihnen wichtig und wie wollen sie leben? Passt das geplante Budget zu den Wünschen? Ich stelle viele Fragen, höre zu und ermutige mein Gegenüber, ebenfalls zu fragen.

Fertighaus – wie geht das?

In meinen Beratungsgesprächen muss ich Hausbau-Interessenten oft erst mal die Bauweise erläutern. Viele haben sich nie zuvor mit dem Thema Fertighaus beschäftigt. Das Internet überschüttet sie mit Informationen. Überblick zu gewinnen, ist nicht leicht. Es ist hilfreich, wenn sie Dinge mit eigenen Augen sehen können. Vieles können sie sich dann einfach besser vorstellen. Deshalb biete ich künftigen Bauherren nach dem Erstkontakt machmal eine Führung durch die Produktion an. 

Am Werkstandort in Schlüchtern, direkt an der A66 gelegen, treffe ich mich mit Interessenten. Ein junges Paar, welches sich mit Ausblick auf die Familiengründung ein eigenes Haus bauen will. Ich führe durch die Produktion und beantworte viele Fragen. Die besteht im Wesentlichen aus zwei Fertigungshallen mit unterschiedlichen Arbeitsbereichen sowie Materiallager und Verladestation. Zu sehen, wie die kompletten Wände, Decken und Dachelemente für ein Haus vorgefertigt werden, um dann, per LKW angeliefert,  an nur einem Tag auf der Baustelle zusammen gesetzt zu werden, ist sehr beeindruckend. Man bekommt ein reales Bild von den inneren Werten des zukünftigen Hauses.

Welches Haus ist das Richtige?

Im anschließenden Gespräch finden wir gemeinsam ein Hausmodell, welches den Vorstellungen der Interessenten entspricht. Die Ausstattung wird im Detail abgesprochen, um den exakten Hauspreis ermitteln zu können. Der muss natürlich in das Budget passen. Beim planen werden die beiden jungen Leute recht lebendig. Es macht ihnen offensichtlich Spaß, sich die Raumaufteilung auszudenken, Fenster anzuordnen und zu erleben, dass Ihre Wünsche umgesetzt werden können. Sie diskutieren miteinander darüber, wie sie zukünftig gerne wohnen wollen, was beiden wichtig ist. Zum ersten Mal denken sie sich in die konkrete Hausplanung hinein.

Irgendetwas stimmt nicht

Zwischendurch stockt das Gespräch immer wieder. Es ist irgendwie holprig. Nach zweieinhalb Stunden – und vorsichtigem Nachfragen meinerseits – rückt der zukünftige Bauherr mit seinen Bedenken heraus. Ein Bekannter hat zu ihm gesagt: „Waaas! Du willst ein FERTIGHAUS bauen?! Wenn es beim Aufbau regnet, werden die Wände nass und es schimmelt hinterher!“ Dass die Wände komplett geschlossen und außerdem von oben mit Plastikfolie geschlossen sind, zählt irgendwie nicht: „Na ja, aber nur das bisschen Plastikfolie!“ Ich bewahre meine Haltung und bleibe auf der Sachebene. Ich frage, wie er sich denn vorstelle, dass der Regen trotz der Folie in die geschlossenen Wände eindringen kann. Er weiß keine Antwort.

Irritationen

Außerdem die Steckdosen! Wenn er da nachträglich welche verlegen will, ist das doch bestimmt schwierig und gefährlich. Es könnte womöglich die Dampfbremse verletzt werden. Also ihm scheint das klassische Massivhaus doch irgendwie vertrauenswürdiger. Dass in den gemauerten Wänden von vornherein eine Menge Feuchtigkeit steckt – geschenkt. Dass sich Hohlblocksteine in der Rohbauphase bei Regen mit Wasser regelrecht voll saugen können – wie jetzt? Und nachträgliche Steckdosen (offensichtlich ein großes Thema in der jetzigen Wohnung, das mit der Verlegung von hässlichen Auf-Putz-Kabelkanälen gelöst wurde, vermutlich in einem Massivhaus); nachträglich Steckdosen einzubauen, das scheint ihm in einem Steinhaus doch einfacher zu sein. Wand aufstemmen, Kabel und Steckdosen setzen. Da weiß man, was man hat.

Fakten, Emotionen und Entscheidungen

Vermutlich kommen wir nicht zusammen. Irgendwie stimmt die Chemie einfach nicht. Bei so viel Misstrauen und Ambivalenz von Interessenten gilt es, einen Schritt zurück zu treten. Ich habe Einblicke gewährt und viele Fragen rund um die Bauweise beantwortet. Für Fakten und sachliche Argumente ist mein Gegenüber aber nicht wirklich offen. Das spüre ich sehr deutlich. Hier ist jetzt eine Pause erforderlich. Loslassen ist angesagt. Und die eigene Grenze ziehen. Ein differenziertes Angebot, was mich viele Stunden Arbeit kosten wird, erstelle ich erst mal nicht. Welches Haus gewählt wird, ist für Bauherren auch eine zutiefst emotionale Angelegenheit. Argumente erreichen diese Ebene nicht. Möglicherweise ist ein Holzständerhaus für diese Kunden einfach nicht das Richtige. Dann werden sich unsere Wege an der Stelle trennen.

Ich verabschiede das Paar mit dem Rat, die ganzen Informationen sacken zu lassen und zu überdenken. Sie wollen sich im nächsten Schritt Angebote von Massivhaus-Anbietern einholen. Wenn in ihrem Entscheidungsprozess das Holzfertighaus doch zur ernsthaften Option wird, nehme ich den Faden gerne wieder auf. Ich lasse sie ziehen mit einem freundlichen: „Kommen Sie auf mich zu, wenn Sie soweit sind. Dann setzen wir uns wieder zusammen.“

Meine Haltung

Von Fertighäusern in Holständerbauweise bin ich absolut überzeugt. Ich habe selbst so gebaut und würde es immer wieder tun. LIVING HAUS bieten aus meiner Sicht hervorragende Qualität und ein faires Preis-Leistungsverhältnis. Der Service der Firma ist einzigartig. Mir ist es sehr wichtig, meinen Kunden eine gute Grundlage für ihre Entscheidung zu geben. Auf dieser kann dann im wahrsten Sinne des Wortes aufgebaut werden. Darauf lege ich Wert.

Dass potentielle Kunden eine private Produktionsbesichtigung erhalten, ist längst nicht bei allen Fertighausanbietern selbstverständlich. Das bieten auch nicht alle Hausverkäufer an. Es obliegt meiner eigenen Entscheidung, ob ich diese Zeit investiere und wann ich das tue. Klar mache ich das auch, weil ich den Auftrag haben will. Das ist mein Job und mein Lebensunterhalt. Win-Win muss auch für mich gelten.

Ich freue mich darüber, wenn ein Hauskauf zustande kommt und ich die Bauherren auf dem Weg in ihr Eigenheim begleiten darf. Schade, wenn es nicht passt. Ich will und kann niemanden zum Fertighaus aus Holz „bekehren“. Für diejenigen aber, die ihr Haus bei mir bestellen, soll der Hauskauf zu einer der besten Entscheidungen ihres Lebens werden. Das ist meine Haltung. Dafür gebe ich alles.

Sophia Maria Wächtersbach

 

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